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Malte Ben

Lieber Malte Ben (für ein paar Minuten lang Malte Jan),

zuerst möchte ich Dich im Namen der Mannschaft von der Bürgerwiese auf dieser schönen, heilen und wunderbaren Welt WILLKOMMEN HEISSEN!

Gleichzeitig möchten wir dir ein paar Tipps auf deinen Weg ins Leben geben. Schließlich waren wir alle so klein und süß wie du es im Moment bist. Schwer vorstellbar, denn manche von uns haben inzwischen das Dreissigfache des Körpergewichts von damals erreicht und befinden sich immer noch in der Wachstumsphase; wobei das Wachstum nur noch in die Breite passiert.

Ein Bild von uns würde dir sicherlich nur Albträume verursachen; das erspare ich dir.

Im Moment musst du dich erst mal an die zwei Gesichter dran gewöhnen, die ständig über deinem Bettchen auftauchen und in einer komischen Sprache versuchen mit dir zu kommunizieren. Das sind deine Mama und dein Papa, die du später mit „hey Alte“ oder „hey Alter“ ansprechen wirst.

Du hast sicherlich gemerkt, dass wenn sie sich miteinander unterhalten, sie eine andere Sprache benutzen und deine Mutter dabei das Gesicht lag zieht, den Ton erhöht und die Hand erhebt; manchmal hält ihre Hand ein Gegenstand fest. Dein Vater dagegen, duckt sich und versucht sich mit einer Hand zu schützen. Siehst du, das ist meistens der Grund warum wir Männer zur Flasche greifen, oder Zuflucht in Fußball suchen.

Apropos Fußball, wenn du später deinen Papa mal zur Abwechslung ärgern willst, und das solltest du gelegentlich tun, frag ihn, was in 2014, in deinem Geburtsjahr, im Fußball sonst passiert wäre. Er wird traurig zugeben müssen, dass in dem Jahr FC Freiburg abgestiegen ist, „aber Eintracht auch“. „Nein, nein, nicht Eintracht Braunschweig sondern Eintracht Frankfurt. Braunschweig hatte sich im Relegationsspiel gegen Köln retten können“ würde er mit Genugtuung ergänzen.

Später sollst du deine Eltern fragen, warum sie dich überhaupt haben wollten. Nein Malte Ben, du warst kein „Unfall“, nein, deine Eltern wollten dich unbedingt haben. Der bisschen Spaß, den sie dabei empfunden haben sollen, sei ihnen gegönnt, aber die Warum-Frage bleibt offen. Ich verrate dir jetzt den wahren Grund. Wegen der demografischen Entwicklung werden deine Eltern erst mit 90 oder 95 Jahren in die Rente gehen dürfen und diese Rente muss auch noch finanziert werden. Ja, du hast erraten durch wen. Durch DICH!

Was du dagegen machen könntest? Eigentlich nichts. Du könntest dich aber mehr bemerkbar machen, indem du ohne Grund anfängst zu schreien. Und wenn sie besorgt zu dir kommen, dann lächle sie einfach an. Sie werden überglücklich sein. Wenn du aber das Spiel den ganzen Tag treibst, dann wirst du sie auf Trab halten. Mit diesem Trick kannst du locker schaffen nicht mehr in deinem Bett schlafen zu müssen. Denn, wo und wie lässt sich am angenehmsten schlafen? Natürlich im großen Bett in der Mitte zwischen Papa und Mama und zwar auf dem Rücken mit ausgestreckten Beinen und Armen.

Es gibt eine Reihe weiterer Tricks wie z.B. wie du das Babyphone manipulieren und damit deine Eltern zur Verzweiflung bringen könntest, oder wie du das Babysitter ärgern kannst, damit deine Eltern aus dem Kino geholt werden und das Babysitter nicht mehr wieder kommt. Die Babysitter gehören meistens zu der Gattung „Weiber“, mit denen du in dem Alter nichts anfangen kannst. Die Weiber, diese Wesen, die schwer zu verstehen sind, haben durchaus ihre Reize, in Form von Wölbungen und Vertiefungen, die du sie aber viel später entdecken wirst. Die werden dich allerdings dein ganzes Leben beschäftigen, auch dann wenn sich viel später alles nur noch in deiner Phantasie abspielen wird.

Aber jetzt zurück zum Fußball und zu der 3. Halbzeit. Wie damals die Römer die wichtigsten Entscheidungen auf dem Lokus trafen, so werden auf der Bürgerwiese die anstehenden Themen bzw. Probleme in der 3. Halbzeit diskutiert und entschieden. Und je länger die 3. Halbzeit dauert, desto lauter und kreativer werden die Teilnehmer. Genauso am letzten Samstag. Wir sollten zu deinem Geburtstag ein paar Euro zusammenkratzen. Einige haben was geahnt und sind überhaupt nicht erschienen, andere haben mit Schuldscheinen versucht aber die Mehrheit musste dazu gezwungen werden. Zum Schluss stellte sich die Frage nach der Form der Schenkung.

Und hier, ein paar Beispiele aus denen du siehst, wie kreativ die Fußballer, nach einer gewissen Alkoholmenge, sein können. Die Bandbreite der Vorschläge reichte von Griechischen Anleihen über Bürgerwiese Aktien, Bankkonto Modell Hoeneß, Bausparvertrag, Bezahlung des Jahreseitrag deines Vaters bis hin zu einer Runde auf dich.
Die Mehrheit entschied sich, du hast es richtig erraten, für die letzte Alternative. Einer sprang sogar hoch und wolle Bier holen. Wir mussten ihm den Autoschlüssel konfiszieren. Manchmal siegt auch bei uns die Vernunft, auch wenn es uns schwer fällt.

Zu der Mannschaft gehören unter anderem: Wirtschaftsflüchtlinge aus Freiburg, dem tiefsten Süden Deutschlands (Micha L. alias dein Papa), Meteorologen mit einer Wettertrefferquote von 10%, wenn überhaupt (Bene), an Burnout leidenden Finanzjongleure, die die Finanzmisere seit Jahren meisterhaft managen (Stephan B.), Personalberater, die durch zweifelhaften Spenden in Form von Süßigkeiten versuchen das Geschäft ihrer Lebens abzuwickeln (Thoma Ra.), politische Flüchtlinge aus Iran (Vandad), Vertriebener von der Krim (Vlad), ehemalige Managementberater heute als Pferdeflüsterer unterwegs (Mathias G.), schwergebeutelten und traumatisierten ehemalige Lehrer (Rolf und Thomas Re.), Oskar Kandidaten in Kategorie „Schönste Schwalbe des Jahres“ (Frank), Mieterhasser und Immobilienhaie (Stephan S.), schmächtige Spieler ohne Eier, aber mit überdimensionierten Kniescheiben (Andrej), Kioskmafiosi (Mauro), Premiumwasseraufbereitungsanlagenvertriebsingenieur für die Länder Afrikas, in denen es kein Wasser gibt (Reiner B.), Wichsfröschen Aufmunterer (Kalli), weltbekannter Unruhestifter, der je nach Bedarf entweder als Talibankämpfer oder als Talibanbekämpfer einsetzbar ist, (Jörg) , Straßenbahnfahrer, die in der Freizeit Wurst verkaufen (Mich G.), Marathonmedizinstudenten noch ohne Lizenz zum Töten (René), Groupies (Gabi), gichtgeplagten Zuschauer (Hans), Cheerleader (Transe), einarmigen UEFA-Beobachter (Peter F.) und schließlich hartarbeitenden Bahnmitarbeiter (Emilio).

Und alle verfügen über dieselben Eigenschaften: Konditions- und Koordinationsdefizite, zweifelhafte Motorik, halbblind bis blind, aber gewillt den Ball zu treffen, notfalls den Gegner und mit einer stark ausgeprägten Abneigung gegen leeren Gläsern.
Unser Tormann zum Beispiel, der aus Oberrad (Grenze zwischen der Zivilisation und Offenbach) kommt, ist auf ein Auge blind und mit dem anderen sieht er auch nicht mehr so gut.

Also, bleib gesund und werde möglichst schnell groß, denn wir brauchen Nachwuchs.

Dass wir mit dir rechnen und auch planen, kannst du im Internet auf der Homepage www.buergerwiese.com sehen. Solltest du noch nicht imstande sein den PC einzuschalten, dann lass deinen Alter für dich das tun!

In diesem Sinne,

deine Ramazzottibrüder von der Bürgerwiese