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Kurzer Spielbericht vom Samstag, den 01.11.14

Beginn: 11.15 Uhr.

Wetter: bedeckt, 14 Grad plus.

Platzverhältnis: ideal für die, die Fußball spielen können.

Zuschauer: Hans; später kam Peter und dann auch noch Harry dazu.

Mannschaften:

Gelb: Boris, Jürgen, Stephan B, Stephan S , Vandad, Vlad

Blau: Bene, Emil, Frank, Kalli, Mauro, Micha L, Wolfgang

 

Endergebnis (6 : 4)

 

Man kann das ganze Spiel mit einem Satz von Hans gut beschreiben: „Es war das beste Spiel, dass ich jemals auf der Bürgerwiese erleben dürfte, und das von der ersten bis zu der letzten Minute“.

Nein, Hans hatte vor und während des Spiels nichts getrunken und auch sonst machte er einen „stabilen“ Eindruck auf uns. Es war tatsächlich ein schönes, ausgeglichenes und spannendes Spiel gewesen. Die Blauen hatten zwar mehr Chancen, aber bis auf die vier Tore, hatten sie sich beschränkt das Tor aus kurzer Entfernung zu verfehlen oder den Tormann anzuschießen, und das obwohl Stephan B. am linken und am rechten Arm jeweils drei dicke schwarze Punkte auf gelbem Untergrund trug. Er versuchte krampfhaft sich hinter seiner Abwehr zu verstecken und krabbelte unermüdlich auf am Boden herum. Es war alles sinnlos, denn er wurde laufend getroffen.

Die Gelben führten ständig mit einem Tor Unterschied und die Blauen glichen ständig aus, und das bis zum Schluss. Es war dann die letzte Minute des Spiels, bei einem Stand von 5 : 4 für die Gelben, und es gab noch eine Ecke für die Blauen. Sie mussten die Abwehr aufgeben und alle, sogar Emil, der hervorragende Tormann, nach vorne marschieren,um womöglich den Einstand zu erzielen. Aus dieser Chance wurde leider für die Blauen nichts. Die Gelben schnappten sich sogar den Ball noch und schossen das letzte Tor des Spiels, das 6 : 4 endete.

 

Nachdem Spiel marschierten wir alle gemeinsam und teilweise gutgelaunt in Richtung 3. Halbzeit. Hinter uns kamen Hans und Peter gekrochen. Sie hatten den Harry im Schlepptau. Hans wollte von uns unbedingt ein Autogramm und Peter ein Trikot haben, obwohl er wusste, dass ihm keins passen würde. Sie bekamen alle Trikots, aber nicht geschenkt, sondern zum waschen.

 

3. Halbzeit

 

Als erster ging Frank, ohne sich zu verabschieden, gleich weg. Die Niederlage steckte ihm offensichtlich tief in den Knochen. Es setzte seinen Helm (verkehrt um) auf und fuhr erwartungsgemäß in die falsche Richtung los. Zehn Minuten später kam er vorbei, aber diesmal saß der Helm vorschriftsmäßig auf und die Richtung stimmte auch.

Nach dem unausweichlichen Trikottausch und den verlogenen Gratulationen zum tollen Spiel, sammelten wir uns wie immer vor der Bank und bildeten dabei vier Gruppen: Die Banker-Gruppe , die Flaschenöffner-Gruppe, die Pistorius-Gruppe und Harry`s Gruppe. Während der Unterhaltung schenkte uns Micha L., der vor einiger Zeit Geburtstag hatte, warmes Bier ein.

Ich ging von Gruppe zur Gruppe und versuchte das Wesentliche aufzunehmen um später zu dokumentieren.

 

Die Banker-Gruppe

 

In dieser Gruppe zu der Bene, Boris, Jürgen und Stephan B. gehörten, die erwartungsgemäß auf der Bank saßen, ging es hauptsächlich um die Anschaffung des Jahrhunderts, um die Bank.

Nachdem Jürgen sein warmes Bier getrunken hatte, ja Jürgen hatte tatsächlich ein Bier getrunken, übernahm er sofort das Wort und aus dem erwarteten Dialog wurde ein Monolog. Er fing an über die Anfänge zu erzählen, wie ihm eines Tages nach langem Grübeln die geniale Idee mit der Bank eingefallen sei, und wie lange er danach alles minutiös geplant habe und wie lange er deswegen nicht schlafen konnte. Danach erzählte uns über die Schwierigkeiten mit der Stadtverwaltung und dem Umweltamt. Das größte Problem erwies sich der Businessplan. Den aufzustellen sei schwierig genug aber den auch noch Harry, dem Kassierer, zu erklären sei ein Horror gewesen. An dieser Stelle verließ ich die Gruppe, weil ich den Rest gut kannte.

 

Flaschenöffner-Gruppe

 

Das Hauptthema der Diskussion dieser Gruppe war der Flaschenöffner.

Peter F.: „Ich sag euch mal was, wisst ihr warum diese Bank angeschafft wurde? Nicht weil wir drauf sitzen wollten, wie diese vier Säcke da, und fuchtelte mit einem Riesenfinger in Richtung Banker-Gruppe hin, nein damit wir den Flaschenöffner dran festmontieren konnten. Ja, deswegen. Bei uns verschwanden die Flaschenöffner ständig, und das seit Jahren. Gut, die Bank war teuer, aber jetzt haben wir einen Flaschenöffner. Keine Sau würde jetzt auf die Idee kommen einen Flaschenöffner hinter der Bank zu suchen. Nicht wahr Hans?“

Hans : „Ja Peter, du hast recht, Generationen von Flaschen(öffner) kamen und gingen. Nur wir beiden sind von damals übrig geblieben“

Dabei guckte er ehrfürchtig und ungläubig zu Peter hoch und fragte sich, wie lange dieser vermochte noch zu wachsen. Ja, er sein Mentor, war derjenige, der den Peter vor langer, langer Zeit zum Fußball mitbrachte und ihm Fußball beibrachte. Peter, war in der Dritten Klasse, 14 Jahre alt, 1.80 m groß und wog erst 130 Kilo und trank schon damals nicht weniger als heute. Man wie die Zeit vergeht und die Pfunde dazu kommen.

 

Pistorius-Gruppe

In dieser Gruppe ging es, wie ihr sicherlich ohne große Anstrengungen erraten habt, um den Fall Pistorius.

Kalli: „Mir kann keiner erzählen, das war Mord, vorsätzlicher Mord. Du kannst nicht einfach durch die Tür schießen ohne rein zu gucken, oder zu fragen.“

Mauro: „Der hatte vielleicht seine Prothesen nicht dabei, sollte er vielleicht ins Bad krochen? Zumindest hätte er nach dem er geschossen hatte, fragen sollen: Schatz warst du es eben gerade?“

Stephan S.: „ Er hätte zuerst gucken müssen, ob seine Frau neben ihm im Bett liegt oder nicht. Ich zum Beispiel, wenn ich im Bad ein Geräusch höre, greife nicht gleich zur Waffe, sonder gucke ob jemand neben mir im Bett liegt und wenn es meine Frau ist, sage ich mir: Oh du Scheiße, ich bin noch verheiratet und lege mich wieder hin“

Kalli (unbeirrt): „Wenn ich nicht wüsste, dass er keine keine Beine mehr hat, würde ich ihm gleich beide Beine brechen und ihn lebenslang hinter Gittern bringen lassen“

Diese Erkenntnisse wären für die Staatsanwaltschaft in Pretoria zur Klärung dieses Falls sicherlich Goldwert.

 

 

Harry`s Gruppe

Der Rest sammelte sich um die Attraktion des Tages, um Harry herum. Er war wegen einer Schönheitsoperation lange nicht mehr da. Er bückte sich leicht nach vorne, zog seine Hose hoch und seine schwarzen seidigen Strümpfe runter und zeigte uns stolz das Ergebnis der Schönheitsoperation.

 

Harry: „Leute, guckt mal hier. So sehen meine Beine nach der Operation aus. Schön nicht wahr?“

Emil: „ Von der Farbe und Beschaffenheit her sehen sie für mich wie zwei Holzprothesen aus“

Mauro: „Harry Pistorius“

Harry: „Das Blöde ist, dass ich in dem einen Bein kein Gefühl mehr habe“

Micha L.: „Harry, du kannst dann Fußball spielen. Es gibt einige unter uns, die kein Gefühl in den Beinen haben, und trotz dieser Behinderung Fußball spielen“

 

Diejenigen, die sich angesprochen fühlten, guckten entweder verlegen zu Boden oder holten sich zur Strafe ein weiteres warmes Bier ab. Einige, die eindeutig in der Minderheit waren, kicherten boshaft.

Danach erzählte Harry zum x-ten Mal ausführlich den Ablauf der Weihnachtfeier 2014 und auch diesmal habe ich nicht alles kapiert. Vielleicht liegt es an mir. Ich weiß nur, dass ich mich an dem Tag um 19.00 Uhr mit Peter und Hans bei den Rassisten treffen werde.

Ich konnte leider nicht bis zum Schluss dabei bleiben, weil ich wieder mal kochen musste.

 

 

Emilio